Friday, September 24, 2010

Prometheus, gefesselt Tragödie von Aischylos/Peter Handke

am 23.9.2010 in Münster

Kategorie: Theater, Münster, Startseite

©meisterwerke-online.de 1Bild
Von: Städtische Bühnen Münster
"Aichylos hat in seiner Prometheus-Trilogie das Thema der Tragödie auf die reinste mythische Gestalt gebracht: Für den Menschen wäre es besser, nicht zu sein."
Hans Blumenberg

Die mythologischen Überlieferungen zu Prometheus - deutsch: "der Vorausdenkende" - beziehen sich auf vier Grundsituationen: Prometheus als Menschenbildner, Feuerbringer ("pyrphoros"), Gefesselter ("desmotes") sowie seine Befreiung. Als Feuerbringer und Lehrmeister der Menschen wird Prometheus oft auch als ihr Schöpfer bezeichnet. Im elf-jährigen Krieg verhalf Prometheus Zeus zum Sieg über das Göttergeschlecht der Titanen. Doch als Zeus bei der Begründung seiner Herrschaft auf dem Götterthron die Menschen dem Untergang preisgeben wollte, verschaffte Prometheus den Sterblichen das Feuer, und fiel wegen Geheimnisverrat bei Zeus in Ungnade.


"Prometheus, gefesselt" zeigt Verhältnisse wie in jeder Diktatur: Die Begleiter des Zeus - Kratos und Bia - zwingen den widerstrebenden Hephaistos, Prometheus an einen Felsen im Kaukasus zu schmieden. Die Tochter des Okaneanos erkundigt sich bei Prometheus nach dem Grund seiner Strafe und findet sein Handeln gewagt. Auch der Meeresgott selbst bemängelt Prometheus' mangelnde Unterwürfigkeit gegenüber dem Herrscher. Doch Prometheus beklagt zwar seine unverdiente Bestrafung, ist jedoch zu stolz, sich zu unterwerfen und um Gnade zu flehen.
Auch die ausbleibende Hilfe der unterstützten Menschen mindert nicht seine Entschlossenheit. Stattdessen prophezeit der wegen des Feuerraubs auf immer in Eisenketten gelegte Titan der von Zeus verschmähten und darum in eine Kuh verwandelten Io in düstereren Visionen das Schicksal des olympischen Herrschers. Hermes kommt hinzu und fordert, dass Prometheus dem Zeus eröffnet, welche Frau ihn stürzen wird.
Doch Prometheus verrät nicht, wer Zeus und seine Gefolgsleute die ewige Herrschaft nimmt. Und so steht er, gepeinigt von Blitz und Sturm, am Felsen des Kaukasus. "Der gefesselte Prometheus" ist der einzig erhaltene Teil einer Prometheus-Trilogie des Aischylos. Peter Handke legte den Schwerpunkt seiner Bearbeitung des Dramas auf die Sprache: "Eigentlich hat mich weniger die Figur gereizt, als die Art, wie Aischylos das Drama erzählt: Alles passiert durch die Sprache." Die Übertragung von 1985 - uraufgeführt 1986 in der Regie von Klaus Michael Grüber an der Schaubühne West Berlin und bei den Salzburger Festspielen mit Bruno Ganz in der Titelrolle - verzichtet auf eine Nachformung der griechischen Versmaße, bleibt aber dennoch den griechischen Wortbildungen und -wiederholungen treu.
Aischylos war der älteste der griechischen Tragödiendichter und Begründer der Gattung. Durch Sprache, Stil und die Wahl des Mythos als Thema der griechischen Tragödie beeinflusste er seine Nachwelt maßgeblich. Seine Charaktere verfügen über übermenschliche Leidenschaft und Charakterstärke. Im Rahmen der Entwicklung des Theaters zu einer eigenständigen Kunstform und seiner Loslösung vom Chorlied werden Aischylos die Einführung des 2. Schauspielers - und damit des Dialoges - zugesprochen. Damit die Darsteller verschiedene Rollen verkörpern konnten, fingen sie an, bemalte Masken zu tragen. Auch die inhaltliche Zusammenführung der vier aufzuführenden Stücke - drei Tragödien und ein Satyrspiel - zu einer Tetralogie geht auf Aischylos zurück. Nur sieben seiner Dramen sind vollständig erhalten, und seine Trilogie "Orestie" ist in ihrer Tragik und Gedankentiefe in der Weltliteratur kaum übertroffen.

Peter Handke, geboren 1942 in Griffen (Kärnten), ist durch sein Frühwerk ein wichtiger Vertreter sprachexperimenteller Literatur, der zeigte, "dass die Literatur mit der Sprache gemacht wird, und nicht mit den Dingen, die mit der Sprache beschrieben werden". In der Folge formulierten Werke wie "Publikumsbeschimpfung" die Kritik an den traditionellen literarischen Formen in Lyrik, Prosa und Drama sowie den damit verbundenen Erwar-tungshaltungen der Leser bzw. Zuschauer. Einer gesellschaftskritischen Ausrichtung der Literatur stellte Handke seinen sprachkritischen Ansatz gegenüber. Dennoch näherten sich seine Erzählungen und Bearbeitungen traditionellen Erzähltechniken. Peter Handke ist Träger des Georg-Büchner-Preises, der wichtigsten deutschen Literaturauszeichnung.
Kontakt
Städtische Bühnen Münster
Generalintendant: Wolfgang Quetes
Verwaltungsdirektorin: Rita Feldmann
Neubrückenstr. 63
48143 Münster 
Link

„Exodus“-Projekt am Theater in Münster

Von Elisabeth Elling ▪ MÜNSTER–Trotzig hockt er auf dem Felsen. Irgendwann wird er seine Rache haben, das befeuert seinen Hass. „Prometheus, gefesselt“, auf einer Klippe ausgesetzt, weil er den Menschen gegen Zeus' Willen das Feuer schenkte. Die Städtischen Bühnen Münster zeigten die antike Tragödie des Aischylos (in der Bearbeitung von Peter Handke) im Rahmen ihrer Exodus-Tage. Das Großprojekt bot zum Saisonauftakt neun Premieren – darunter eine szenische Lesung von Heiner Müllers „Totenfloß“ und die Uraufführung „Paradiesstraße“, ein Nachkriegsdrama über Vertreibung, Rückkehr und Verbannung im ostpreußisch-litauisch-russischen Grenzgebiet.
Kraftsuche im Glauben: Szene aus „Hiob“ in Münster mit Carola von Seckendorff und Johann Schibli. ▪
© Beinhorn
Kraftsuche im Glauben: Szene aus „Hiob“ in Münster mit Carola von Seckendorff und Johann Schibli. ▪
Exodus bezeichnet im Alten Testament den Auszug der Israeliten aus Ägypten. Die Münsteraner Stücke kreisen um Flucht, Vertreibung, Migration, Verfolgung und aus der Bahn geworfene Existenzen (wie den Amokläufer in Lars Noréns „20. November“). Dabei geht das Theater selbst auf Wanderschaft in Kirchen, Klassenzimmer – und auf die eigene Dachterasse. Hier wird die Theaterruine zum Felsvorsprung, auf dem Prometheus mit seinen Ketten rasselt. In Dialogen mit verschiedenen Besuchern (Gabriele Brüning, Ilja Harjes) misst Prometheus die Untaten des Zeus aus: Er selbst hatte ihm zur Macht verholfen, leistete dann Widerstand.
Allerdings erschüttern Wolf-Dieter Kabler und Regisseurin Annegret Sophia Neugschwender den verbannten Titanen nicht sonderlich. Sie verdünnen seine Wutwucht, weil er das Ende des Zeus kennt: Herrschaftswissen eines scheinbar Ohnmächtigen. So wird das finstere tiefe Funkeln des Textes abgeblendet von Prometheus' Gleichmut, die kommenden paar Ewigkeiten aus Kälte, Qual und Einsamkeit schon absitzen zu können. Ein matter Prometheus.
Eindringlicher gelingt die Verlustgeschichte, die Hannes Hametner mit „Hiob“ nach dem Roman von Joseph Roth (1930/Bühnenfassung von Koen Tachelet 2008) inszeniert. Mendel Singer wandert mit seiner Familie aus einem ostgalizischen Schtetl in die USA aus, verliert dort Frau und Kinder und seinen Glauben. Er gräbt sich ein, streut Asche auf sein Haupt. Johann Schibli pumpt diesen Verzweifelten immer weiter auf, sein Mendel Singer resigniert nicht, sondern wendet alle Glaubensenergie in enttäuschtes Hadern.
Hametner transponiert die Geschichte aus der Zeit des Ersten Weltkriegs in einen zeitlosen Zusammenprall verschiedener Kulturen. Mendels Sohn Schemarjah (Tim Mackenbrock) übernimmt mit Baseballkappe und Glitzertrikot die Klischees über hiesige junger Männer mit Migrationshintergrund (Ausstattung: Giovanni de Paulis). Mutter und Schwester blühen auf im Konsum, während der Vater sich an das Zurückgelassene klammert, an die Erinnerung an Menuchim, den jüngsten Sohn. Den nahmen die Singers nicht mit, er hätte als Epileptiker kein Visum bekomen. Dass Menuchim als gefeierter Musiker auftaucht und dem Vater eine neue private Geborgenheit bieten kann, dieses wundersame Happy End bleibt trügerisch.
Viele Alltagskonflikte tippt das Stück an, und sie erden Mendel Singers Ringen um die große G-Fragen: Wie kann Gott das zulassen? Existiert er überhaupt? Wie die Söhne sich an der religiösen Rechthaberei des Vaters reiben, zeigen Mackenbrock und Frank-Peter Dettmann mit breitbeinigen Posen. Sie weichen aus: Der eine geht zum Militär, der andere nach Amerika. Die Tochter (Judith Patzelt) amüsiert sich mit den Kosaken der benachbarten Kaserne und später mit den Kollegen im Kaufhaus. Die Mutter (Carola von Seckendorff) versucht nur halbherzig, sie zu disziplinieren, denn sie sehnt sich selbst aus der müden Zweisamkeit mit Mendel zurück in lebenslustigere Zeiten.
Prometheus gefesselt: 14., 21.10., Hiob: 29.9., 1., 6., 14., 23.10., Tel. 0251/59 09 100, http://www.stadttheater.muenster.de
Quelle: wa.de


 



Thursday, September 23, 2010

LINKS TO VIDEOS OF HANDKE PLAYS - MARIE COLBIN READING HANDKE THAT ARE ON LINE


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link to a video of the Preiere at the TAT of Handke's OFFENDING THE AUDIENCE PUBLIKUMSBESCIMPUNG 1966
http://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12221:presseschau-vom-5-maerz-2016-claus-peymann-spricht-im-interview-mit-news-ueber-das-verhaeltnis-zu-peter-handke-und-den-verwurf-er-betreibe-ein-museum&catid=242:presseschau&Itemid=62

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MARIE COLBIN LIEST PETER HANDKE:
http://www.youtube.com/watch?v=ucm7jT1MLfQ

http://www.youtube.com/user/MarieColbin


http://vodpod.com/watch/3775859-marie-colbin-sommer-2008 

 http://www.youtube.com/watch?v=Jgf2rB1CzuY
 



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Friday, September 17, 2010

PUBLIC INSULT/ PUBLIKUMSBESCHIMPFUNG PREMIERE IN PRAGUE!!! AFTER ALL THESE YEARS!


LINK TO FILM OF THE T.A.T 1966 PREMIERE OF PUBLIKUMSBECHIMPUNG

http://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12221:presseschau-vom-5-maerz-2016-claus-peymann-spricht-im-interview-mit-news-ueber-das-verhaeltnis-zu-peter-handke-und-den-verwurf-er-betreibe-ein-museum&catid=242:presseschau&Itemid=62
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Claus Peymann erinnert sich an seine Zeit im Theater am Turm (TAT) und an die Premiere von Handkes "Publikumsbeschimpfung" https://www.freitag.de/autoren/jamal-tuschick/das-tat-und-seine-folgen
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 http://www.radio.cz/de/artikel/131667 http://www.radio.cz/de/artikel/131667
Anhören RealAudio: 16kbps 32kbps
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Theaterstück
            „Publikumsbeschimpfung“ von Peter Handke im Theater
            „Komödie“ (Foto: ČTK)Theaterstück „Publikumsbeschimpfung“ von Peter Handke im Theater „Komödie“ (Foto: ČTK) Stockdunkel ist es zu Beginn des Stückes, allmählich erscheint im angehenden Licht und zwischen dichten Nebelschwaden die Bühne. Bis auf einen großen, quaderförmigen Holzrahmen ist die Bühne leer. Drei Schauspieler mit nacktem Oberkörper treten auf. Eine vierte Schauspielerin tritt kurz darauf hinzu. „Dieses Stück hat keine Handlung“, sagt einer der Protagonisten gleich zu Beginn.
„Sie denken nicht“, ruft der zweite Schauspieler ins Publikum, „Sie denken an nichts.“ Und der Dritte befiehlt zuerst: „Denken Sie nach“ und dann sofort: „Denken Sie nicht nach!“. Immer weiter verfließen im Verlauf des Stücks die Grenzen zwischen Publikum und Schauspielern, zwischen Bühne und Zuschauerraum. Die Darsteller klettern über die Sitzreihen ins Publikum, betreten die Bühne vom Zuschauerraum und sprechen das Publikum immer wieder direkt an.
Dušan PařízekDušan Pařízek „Das Stück nötigt die Theatermacher dazu, über sich selbst nachzudenken. Und über die Gesellschaft, in der und für die sie arbeiten. Dasselbe gilt auch für das Publikum. Das Stück ist eine deutliche Aufforderung, ein Appell, über die Funktion des Theaters nachzudenken, darüber, was wir vom Theater erwarten können. Und darüber, welche Funktion wir selbst haben, welche Möglichkeiten wir haben, unsere Existenz und unser Leben zu beeinflussen“, sagte Regisseur Dušan Pařízek im Tschechischen Fernsehen.
Martin Pechlát, Martin Finger,
            Stanislav Majer a Gabriela Míčová im Theaterstück
            „Publikumsbeschimpfung“ von Peter Handke (Foto: ČTK)Martin Pechlát, Martin Finger, Stanislav Majer a Gabriela Míčová im Theaterstück „Publikumsbeschimpfung“ von Peter Handke (Foto: ČTK) Die „Publikumsbeschimpfung“ ist Ausdruck von Handkes Ablehnung des klassischen, aristotelischen Theaters und der in den 1960ern vorherrschenden Theaterstoffe. In dieser fundamentalen Kritik gegenüber dem Theater selbst greift der Autor mit der „Publikumsbeschimpfung“ zu einem radikalen Mittel: Im Finale des Einakters treten die Schauspieler zunächst an den Bühnenrand und dann ins Publikum und lassen eine Tirade von Schimpfworten los.
Sind es in Handkes Original vor allem Ausdrücke, die auf die Nazi-Vergangenheit vieler Deutscher und Österreicher Bezug nehmen – etwa „ihr Kriegstreiber“, „ihr Untermenschen“-, hat Regisseur Pařízek in der tschechischen Fassung des Jahres 2010 die Ausdrücke modifiziert: „Ihr rote Genossen“, „ihr Volksmilizionäre“, „ihr Stasi-Spitzel“, aber auch „ihr Samtene Revolutionisten“ oder sogar „ihr Schweinegrippe-Träger“ prasselt da minutenlang auf das Publikum ein, bis alles im von den Schauspielern begonnenen und vom irritierten Publikum zaghaft erwiderten Applaus untergeht. Im Epilog treten die Darsteller mit schwerem Werkzeug bewaffnet noch einmal auf die Bühne und demolieren mit roher Gewalt die spärliche Kulisse. In der Zwischenzeit werden die Zuschauer auf die Bühne gebeten: Das Theaterspektakel endet friedlich, mit Bier und Würstchen für alle.
Theater „Komödie“Theater „Komödie“ Peter Handkes „Publikumsbeschimpfung“ bildet den Auftakt zur diesjährigen Saison im Prager Theater „Komödie“, die ganz im Zeichen des österreichischen Theaters steht. Die nächsten Aufführungen der „Publikumsbeschimpfung“ („Spílání publiku“) finden am 16. und 23. September sowie am 4. und 24. Oktober statt, jeweils um 20 Uhr im Divadlo Komedie, Jungmannova 1, Prag 1. Karten gibt es online über Ticketprotal: www.ticketportal.cz
Die nächste Premiere im Rahmen der „Österreichischen Saison“ ist Ödön von Horváths „Glaube, Liebe, Hoffnung“ am 15. Oktober.
Außerdem noch in dieser Saison zu sehen sind im Theater „Komödie“ David Jařabs Interpretation von Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“, „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus, Joseph Roths „Die Legende vom Heiligen Trinker“ und „Die Stunde, da wir nichts voneinander wußten. Ein Schauspiel“ von Peter Handke. 
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In lieu of an abstract, here is a brief excerpt of the content:
Nur wenige für das Theater geschriebene Texte eröffnen einem Regisseur so viele, aber auch so wenige Möglichkeiten der Umsetzung, der Interpretation. (E. Schäffer)
Peter Handke's theatrical successes have been numerous, and, from time to time, he continues to fascinate theatre makers and spectators alike with innovative and often controversial scripts. Some years ago, his play on the Yugoslavian conflict, Die Fahrt im Einbaum oder Das Stück zum Film von Krieg (1999), caused yet another uproarious debate about the writer's moral responsibility in time of conflict. More recently, he unsettled the theatre world with La Cuisine (2002); cowritten with Mladen Materic, it is an almost wordless exploration of power in quotidian scenes, reminiscent of his earlier playDas Mündel will Vormund sein (1969). Yet in spite of his numerous original and surprising playscripts and his 1968 landmark play Kaspar, Handke, like no other playwright, continues to be associated with his debut play, an event that, in its perceived radicalism, thoroughly rocked the world of theatre, not only in Germany, Austria, and Switzerland, but far beyond. It is safe to say that Publikumsbeschimpfung(1966) is one of the most important plays of twentieth-century theatrical history, perhaps not because of its content but mostly because of its impact. As one critic decrees in a review of the 1973 Tübingen performance by Berlin's Forum Theater: "wer mitreden will über eine wichtige Entwicklung und Tendenz im deutschen Nachkriegstheater, sollte die Publikumsbeschimpfung gesehen haben!" ("Statt").
Publikumsbeschimpfung has been extensively critiqued and theorized (Behse; Breicha; Neugroschel; Schlueter; Vanderath). However, for a play that carries the agency of audience in its title, it is surprising that hardly any reception research has been carried out. This article does not so much offer a critique of the text, but instead chronicles the theatrical journey the play has made in Western European theatres and surveys various artistic responses to Handke's script and their audience affect over the last forty years. To paraphrase T. S. Eliot, this survey article chronicles the fragments of a play that have shored against the ruins of its spectre.
H. R. Jauss reminds us that audience reception research is a painstakingly complex archeological dig, which aims at reconstituting the diachronic and synchronic circumstances of any given reception of any given work of art. For this reason, this article starts by unveiling its sources, the pegs that were used in staking out the ground for a dig that has collected material for over fifteen years. After looking into the historical circumstances of the premiere production and Handke's dramaturgical strategies in his script, the article investigates the production, mise en scène, and reception of the original production at Frankfurt's Theater am Turm (TAT). Subsequently, various theatrical responses to the play in terms of its text rendition, its mise en scène, its casting, and its setting will be discussed. The article concludes with a brief review of extratheatrical and contemporary responses to Handke's play.
The research sources for this essay, as with any theatre reception study, are mostly in the form of archival depository. Although these sources were manifold, one of the main incentives to write the survey is a recent disappointing and alarming discovery. Research for a larger project on theories of stage provocation revealed that a sizable proportion of TAT's archives had been lost after the company's financial difficulties in the early 1990s and the move from the theatre's downtown site to its present location at the Bockenheimer Depot in Frankfurt in February 1995. The theatre administration itself is deeply embarrassed about this, and extensive inquiries with various people and institutions involved with TAT have yielded no result, as revealed in e-mail correspondence with William Forsythe and Johanna Milz (TAT), Claus Peymann (Berliner Ensemble), and the Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft of the Johann Wolfgang Goethe University in Frankfurt (September-December 2002). The disappearance of the archival material is a sorry example of the brutal priorities that financially...
http://muse.jhu.edu/login?auth=0&type=summary&url=/journals/seminar_a_journal_of_germanic_studies/v042/42.4defraeye.html
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Sunday, June 6, 2010

EURIPIDES HELENA HANDKE TRANSLATION BURGTHEATER BONDY





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1] http://handke-drama.blogspot.com/2010/05/index-page-for-this-and-all-other.html/
2] http://handke-drama.blogspot.com/2010/05/handke-zur-burgtheater-absage.html/
3] http://handke-drama.blogspot.com/2010/05/stormy-stormy-stillda-ich-vielleicht.html/
4] http://handke-drama.blogspot.com/2010/05/storm-still-is-making-advance-waves-in.html/

5]
http://handke-drama.blogspot.com/2010/04/until-day-does-us-part-to-be-published.html/

6]
http://handke-drama.blogspot.com/2010/03/spuren-der-verirrten-premiere-at.html/


7]
http://handke-drama.blogspot.com/2010/03/handke-comedie-francaise-yugo-slavia.html/
8] http://handke-drama.blogspot.com/2010/03/handkes-art-of-asking-and-comedie.html/
9] http://handke-drama.blogspot.com/2010/03/some-comments-on-fritz-wefelmeyers-take.html/

10]
http://handke-drama.blogspot.com/2010/02/storm-still.html/


11]
http://handke-drama.blogspot.com/2009/12/long-comment-on-handkes-voyage-by_29.html/
12] http://handke-drama.blogspot.com/2009/12/spuren-der-verirrten-traces-of-lost.html/





http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/2371399/handkes-helena-zwischen-gatten-goettern.story;jsessionid=8DA23FFA785E4E498A813677A40B1A18.p2

http://www.burgtheater.at/Content.Node2/home/spielplan/event_detailansicht.at.php?eventid=1136598&activateTab=detail_cast#content



Tragisch, sehr tragisch! Komisch, sehr komisch! Das sind die wechselnden Grundstimmungen der "Helena"-Inszenierung von Festwochen-Intendant Luc Bondy, die am Mittwochabend im Wiener Burgtheater Premiere hatte. Peter Handke hatte das fast vergessene Euripides-Drama, das den alten Mythos der "ägyptischen Helena" als Mischung aus Götterspaß und Ehedrama erzählt, neu übersetzt.
Nach zwei Stunden und zwanzig Minuten, in denen es viel Text, aber kaum Handlung gab, war man sich nicht sicher, ob sich diese Wiederentdeckung tatsächlich gelohnt hat. Wirklich beeindruckend fiel einzig Karl-Ernst Herrmanns souveräner Bühnenbild-Wurf aus.
Herrmann lässt einen schier endlosen Leuchtstab das gesamte Theater durchqueren. Von der Decke des Zuschauerraums führt er bis zum hintersten Bühnenboden, Symbol der Verbindung zwischen Götter- und Menschenwelt, die im Stück wiederholt angesprochen wird. Der mit einem Griechen-Schiff an Ägyptens Küste an Land gespülte Menelaos (Ernst Stötzner) muss erkennen, dass der ganze Kampf um Troja um ein Trugbild der Helena geführt wurde. Die echte Gattin (Birgit Minichmayr) weinte sich unterdessen in Ägypten die Augen aus dem Kopf und verstand die Welt nicht mehr. Ähnlich geht es nun Menelaos, der sich gefoppt fühlen muss, und erfährt, dass jene, die er aus Troja geraubt zu haben glaubt, sich soeben in Luft aufgelöst hat.
Was sich in diesem Ambiente abspielt, hält mit der starken Bilder-Setzung leider nicht mit. Handkes Übersetzung hat gewiss ihre Reize und auch manche schöne Formulierung. Die hohe, hehre Sprache, die gelegentlich von heutig klingenden Formulierungen durchbrochen wird, hat eine Gestelztheit, die es nicht leicht macht, wirklich mit den von Götterlaunen Gebeutelten mitzufiebern - zumal viel geredet wird und wenig geschieht.
Johann Adam Oest muss den ägyptischen König Theoklymenos, der bereits fix mit der Ehelichung Helenens rechnen durfte, als einfältigen Tor anlegen. Oest versucht ebenso wie Minichmayr und Stötzner, aber auch Andrea Clausen, Libgart Schwarz, Branko Samarovski, Markus Hering oder Dietmar König in diversen Nebenrollen, nach Kräften das Beste daraus zu machen. Eine wirkliche Einheit entsteht daraus nicht. In den ausgiebigen Premieren-Schlussapplaus um das Ensemble mischten sich gestern bei Bondy auch ein paar Buhs.
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Die Winde warfen sie von Küste zu Küste, bis das Schiff schließlich vor der ägyptischen Insel Pharos zerschellte und Menelaos, Helena und einen Rest der Mannschaft an Land spülte. Er versteckte alle in einer Höhle und machte sich auf die Suche nach Hilfe.
Da trifft er auf eine Frau, die aussieht wie Helena und auch behauptet, es zu sein. Nur ein Abbild von ihr sei von den Göttern nach Troja geschickt worden. Sie sei schuldlos am Krieg. Menelaos kann und will es nicht glauben: er und seine Mitstreiter sollen zehn Jahre um ein Schemen gekämpft haben!? Und doch ähnelt die Fremde seiner Frau bis aufs Haar, Menelaos gerät in höchste Verwirrung, bis ein Matrose ihm berichtet, die Helena in der Höhle habe sich in Luft aufgelöst. Das Ehepaar fällt sich in die Arme und sieht sich vor einem neuen Problem: Der Herrscher der Insel ist leidenschaftlich für Helena entbrannt. Wieder droht ihre Schönheit ihr zum Verhängnis zu werden. Da entwirft sie einen Plan, der sie doch nicht ganz so schuldlos erscheinen lässt, wie sie gern gesehen werden möchte...







Voraufführung
An den Haaren hat Menelaos nach der zehnjährigen Schlacht um Troja seine ungetreue Ehefrau Helena aus der zerstörten Festung auf sein Schiff geschleift. War sie doch der Grund für den Tod zahlloser Helden auf beiden Seiten. Aber auch die Heimfahrt brachte neues Elend

Die Winde warfen sie von Küste zu Küste, bis das Schiff schließlich vor der ägyptischen Insel Pharos zerschellte und Menelaos, Helena und einen Rest der Mannschaft an Land spülte. Er versteckte alle in einer Höhle und machte sich auf die Suche nach Hilfe.
Da trifft er auf eine Frau, die aussieht wie Helena und auch behauptet, es zu sein. Nur ein Abbild von ihr sei von den Göttern nach Troja geschickt worden. Sie sei schuldlos am Krieg. Menelaos kann und will es nicht glauben: er und seine Mitstreiter sollen zehn Jahre um ein Schemen gekämpft haben!? Und doch ähnelt die Fremde seiner Frau bis aufs Haar, Menelaos gerät in höchste Verwirrung, bis ein Matrose ihm berichtet, die Helena in der Höhle habe sich in Luft aufgelöst. Das Ehepaar fällt sich in die Arme und sieht sich vor einem neuen Problem: Der Herrscher der Insel ist leidenschaftlich für Helena entbrannt. Wieder droht ihre Schönheit ihr zum Verhängnis zu werden. Da entwirft sie einen Plan, der sie doch nicht ganz so schuldlos erscheinen lässt, wie sie gern gesehen werden möchte...


Trugbild. Der modern anmutende Gedanke, dass der Trojanische Krieg um ein Trugbild geführt wurde, könnte allerdings auch für Euripides nicht ganz neu gewesen sein. In Legenden wurde schon erwähnt, Paris sei mit einem Phantom getäuscht worden, Helena daher von der Schuld des Ehebruchs befreit. Euripides, immer an Neudeutungen des Mythos interessiert, dürfte das aufgegriffen haben. „Er hat ja auch aus Legenden geschöpft, als Version gab’s die Geschichte schon“, meint Handke. „Aber Euripides hat sie sicher zum ersten Mal als Drama ins Zentrum der Welt, das damals Athen war, gestellt. Wie bei allen großen Geschichten gibt’s dann immer Zweifelhaftes. Wie man bei Marilyn Monroe fragt, ob sie wirklich Selbstmord begangen hat oder womöglich umgebracht wurde. Bei Gestalten wie Helena oder Marilyn gibt’s dann eben Apokryphen.“
Zu einem schmerzlichen Fall, vor allem für die beiden Protagonisten Peter Handke und Claus Peymann, ist eine Auseinandersetzung über Handkes neues Stück Immer noch Sturm geworden. Die Familiengeschichte, ein „historisches Traumspiel über den Kärntner Widerstand“, wie sie der Dichter einmal charakterisierte, hätte im Februar 2011 in Peymanns Inszenierung mit Gert Voss in der Hauptrolle im Burgtheater uraufgeführt werden sollen. Als Kooperation mit dem Berliner Ensemble. Nun kam Anfang Mai die lapidare Meldung aus dem Berliner Ensemble, dass die „jahrzehntelange, bis jetzt elf Uraufführungen umfassende Zusammenarbeit des Regisseurs mit dem Schriftsteller“ für dieses Stück „unterbrochen“ werde. Ausschlaggebend für „die bedauerliche Entscheidung“ seien „unterschiedliche Erwartungen an die Ästhetik der Inszenierung, aber auch dispositionelle Fragen der Realisierung“ gewesen.
Voreiligkeit. „Peymann hat es sehr diplomatisch ausgedrückt, aber nicht unwahr, dass es ästhetische Gründe waren, die uns getrennt haben“, erklärt Handke, der gleichzeitig auch eine „große Traurigkeit“ betont. „Im Grund stimmt’s allerdings doch wieder nicht, das Ästhetische. Es war mir viel zu schnell sozusagen ‚gemacht‘. Ich hab’ noch an dem Stückgearbeitet, da gab’s schon eine gewisse Voreiligkeit, dass man bestimmt, wer das macht und wie das gemacht wird. Es war eigentlich fast nie die Rede von dem, worum’s da in diesem Stück geht, sondern nur von Taktik und Strategie und wie macht man das und wo. Das ist natürlich nicht allein Claus Peymanns Problem, sondern das Theater funktioniert heute so. Über das Eigentliche, das Stück, über die Art der Geschichte und wie sie erzählt werden soll, wird überhaupt nicht gesprochen.“

PIECES AND NEWS ABOUT PETER HANDKE'S PLAYS

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[the drama lecture]

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